Der Pimpf und ich

Mr. Blumenberg, self-portrait

Krankenhaus Wartebereich, Berlin

Älterer Herr: »Sie sind ja reich.«
Ich: »Wie bitte?«
Er: »Na das Ganze um ihren Hals … (deutet auf meinen Hals) … Platin, oder?«
Ich: »Ne, Weißgold (schmunzelnd) … ’s ist nur Edelstahl.«
Er: »Ich bin nicht reich. Manche tragen ja auch so’n Tigerzahn um den Hals; so selbst mit den Händen erwürgt. Aber hier in der Stadt gibt’s ja keine Tiger.«
Ich: »Nein … aber Nazis.«
Er: »Ach … unser Führer … hab das ja als kleiner Pimpf noch alles miterlebt … Kristallnacht in der Wilhelmstraße und so.«
Älter Dame mischt sich ein: »Müssen aufpassen, ist schon wieder schlimm mit den Nazis, Querdenkern … auch in den Behörden.«

— (Pause, kurze absolute Stille.) —

Er: »Am besten schaut man keine Nachrichten, dann bekommt man das nicht mit.«

Alles begann Ende Mai

Ein Gastbeitrag von Maren Heldt-Klötzke.

Antirassistische Bücher erklimmen Bestsellerlisten. Zu Recht, kann ich sagen, nachdem ich zwei gelesen habe. Die Lektüre hat mich verändert. Ein persönlicher Erfahrungsbericht.

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Fremde

Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auf der Couch: In seinem Essay »Migration, Fremdenangst und Antisemitismus« erklärt der Gastautor Yigal Blumenberg – ausgehend von einem unbeabsichtigt tiefsinnigen Zitat Horst Seehofers – psychologische Ursachen für die Ablehnung von Unbekanntem. Wer sich nie erfolgreich von seinen Eltern separiert hat, fühlt sich von „Fremdem“ bedroht und schreibt ihm die Schuld an seinem Unglück zu. Fremdenangst und Antisemitismus können deshalb, so Blumenberg, als Folge eines gestörten Selbstverhältnisses gelesen werden: Der eigene Selbsthass wird auf andere projiziert. Rassismus und Antisemitismus – ein stummer »Schrei nach Liebe«? Alle Leser:innen sind eingeladen, die Thesen im (moderierten) Kommentarteil zu diskutieren.

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Dissent

«I dissent.»

Ruth Bader Ginsburg

«If they don’t give you work, ask for bread. If they don’t give you work or bread, take the bread.»

–Emma Goldman

Ganze Welt

Mein Philosophielehrer ruft mich ab und zu an und fragt mich wie es mir geht und ich glaube, er ist der Schlüssel zur Weltrettung. Zumindest der Art der Weltrettung der ich nachgehen möchte und die das Projekt, was ich gerade mit starte, verkörpern soll.

Um zu verstehen wie ich die Welt glaube retten zu können und welche Rolle hierbei mein Philosophielehrer hat, ist eigentlich nur ein Satz wichtig;

»Wer ein Leben rettet, der rettet eine ganze Welt und wer ein Leben zerstört, der zerstört eine ganze Welt.«

Talmud, Sanhedrin 37a13
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»The most unpardonable sin in society is independence of thought.«

–Emma Goldman

»Ye shall know the truth, and the truth shall make you angry!«

–Aldous Huxley

»Liberties are not given; they are taken.«

–Aldous Huxley